Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, eine der führenden Tageszeitungen Deutschlands, veröffentlichte ein Interview mit Christian Dustmann im Anschluss an die Publikation des CReAM at RFBerlin-Berichts „Migration Aspirations, Diaspora Networks and Refugee Destinations from Iran and Lebanon“.
Im Interview erläutert Dustmann die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts, bespricht die Rolle von Diaspora-Netzwerken bei der Gestaltung von Migrationsmustern und reflektiert über die Implikationen für Europa. Der CReAM-Bericht zeigt eine bemerkenswerte Übereinstimmung zwischen Migrationsabsichten und bestehenden Ansiedlungsmustern. Da bereits 29% der iranischen und 34% der libanesischen Geflüchteten in Deutschland leben, ist Deutschland das wahrscheinlichste Zielland für künftige Geflüchtete aus beiden Ländern. Dustmann betont, dass dies maßgeblich auf etablierte Diaspora-Netzwerke zurückzuführen ist, die die Kosten und Risiken der Migration reduzieren.
Er merkt weiter an, dass während weit entfernte Ziele wie Kanada und die USA bei potenziellen Migranten mit höherem Bildungsniveau beliebt sind, europäische Länder und insbesondere Deutschland bei denjenigen mit niedrigerem Bildungsniveau dominieren. Zum Schluss erklärt Dustmann: „Es ist im europäischen Interesse, dass diese beiden Konflikte im Iran und Libanon nicht weiterhin eskalieren und dass die Bevölkerungen eine Zukunft in dem Land sehen, in dem sie im Augenblick sind“. Groß angelegte Flüchtlingsbewegungen würden sonst erheblichen zusätzlichen Druck auf die Sozialsysteme auf dem gesamten Kontinent ausüben.



